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Stadtwerke

Die RheinEnergie beliefert ab dem 1.1.2022 alle ihre Privat- und Gewerbekunden mit 100 % Ökostrom. Das finden wir super! Die RheinEnergie versorgt allerdings nicht nur Privat- und Gewerbekunden, sondern lieferte 2020 85 % ihres Stroms an Groß- und Sonderkunden. In den Mediationsgesprächen hat uns die RheinEnergie nur zugesagt, die Stromlieferung an diese Kunden bis 2035 auf 100 % Ökostrom umzustellen. Das muss aus unserer Sicht deutlich schneller gehen!

Wir haben recherchiert, an welchen Stadtwerken die RheinEnergie beteiligt ist. Es handelt sich in erster Linie um Stadtwerke in der Region. Wir gehen davon aus, dass diese Stadtwerke überwiegend als Sonderkunden Strom über der RheinEnergie beziehen.

Beteiligungen der RheinEnergie an Stadtwerken

An den Stadtwerken AggerEnergie, GVG Rhein-Erft sowie an der BELKAW (Bergisch Gladbach) hält die RheinEnergie Mehrheitsbeteiligungen. Theoretisch könnte sie also dort die Ökostromlieferung durchsetzen. Bei den anderen Stadtwerken sind die jeweiligen Kommunen Mehrheitseigentümerinnen, was wiederum uns die Möglichkeit bietet, über Gespräche oder Bürgerbegehren Einfluss auf die Stromlieferung zu nehmen.

Um zu erfahren, wie der Status quo ist, haben wir uns die Stromkennzeichnung für das Jahr 2020 der betreffenden Stadtwerke angeschaut und in der nachfolgenden Tabelle den jeweiligen Anteil an Erneuerbaren Energien aufgeführt.

Anteil Erneuerbare Energie nach Stromkennzeichnung 2020

Bei unserer Recherche sind uns die Stadtwerke Pulheim besonders positiv aufgefallen, die seit dem 1.1.2020 qualitativ hochwertigen Ökostrom an all ihre Kund*innen liefern. Die Stadtwerke Troisdorf geben an seit 2010 und die GVG Rhein-Erft GmbH seit 2015 nur noch Ökostrom anzubieten.

Aber Achtung: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom! Häufig kaufen Stadtwerke Graustrom (häufig über die RheinEnergie Trading GmbH, eine Tochter der RheinEnergie AG) an der Strombörse. Wenn sie dann noch sogenannte Herkunftsnachweise zum Beispiel von alten Wasserkraftwerken aus Norwegen hinzu kaufen, dürfen sie den Börsenstrom als Ökostrom weiterverkaufen. Das betrachten wir als eine Mogelpackung.

Bei fünf der Stadtwerke liegt der Anteil an Erneuerbarer Energie laut Stromkennzeichnung unter 20 % – das ist echt unglaublich wenig, insbesondere wenn man weiß, dass der Anteil an erneuerbaren Energien im bundesweiten Strommix bei 44,9 % liegt!

Dabei wissen wir, dass die Potentiale für erneuerbare Energie in den einzelnen Kommunen sehr groß sind. Betrachtet man das Gesamtpotential für NRW, so würde es ausreichen, um den Strombedarf des ganzen Bundeslandes zu decken – es muss nur genutzt werden:

Bei der Frage, bis wann die jeweiligen Stadtwerke insgesamt klimaneutral sein wollen, sind die Stadtwerke Sankt Augustin unser Vorbild, denn sie haben sich das Jahr 2030 zum Ziel gesetzt. 

Hier ist natürlich die spannende Frage, mit welchen Maßnahmen sie dieses Ziel erreichen wollen. Wir werden das interessiert beobachten und als weiteres Best-Practice-Beispiel, neben den Stadtwerken Pulheim, den anderen Stadtwerken mit RheinEnergie-Beteiligungen aufzeigen.

 

Um das 1,5°C-Klimaschutzziel von Paris einhalten zu können, muss unsere Energieversorgung flächendeckend bis 2030 klimaneutral sein! Daher haben wir uns, gemeinsam mit den Organisationen Umweltinstitut München und BürgerBegehren Klimaschutz mit Klimagruppen im gesamten Rheinland vernetzt.

Wir wollen versuchen, über Gespräche mit den Stadtwerken, den Aufsichtsratsmitgliedern und den Politiker*innen in den Kommunen konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität zu verabreden.

Wenn wir den Eindruck haben, dass wir mit Reden nicht weiterkommen, prüfen wir bei Stadtwerken in kommunaler Hand die Option, unseren Forderungen mit einem Bürgerbegehren Nachdruck zu verleihen – z.B. mit einem ähnlich formulierten Bürgerbegehren wie in Köln.

Hast du Interesse, dich an der Vernetzung und den Gesprächen zu beteiligen? Dann schreibe uns eine Mail an nleok1637339261.edne1637339261wamil1637339261k@ofn1637339261i1637339261. Unser nächstes Treffen, zu dem wir dich herzlich einladen, findet am 24.11. um 19 Uhr per Videokonferenz statt.

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