Stellungnahme der Klimawende Köln zum Erzeugungsbericht 2023–2025 der RheinEnergie
Nachdem die CO2-Emissionen der RheinEnergie durch die Erzeugung von Strom und Wärme in den letzten Jahren deutlich abgenommen haben, muss man für das Jahr 2025 wieder eine signifikante Zunahme von + 28 % auf 2,43 Mio. t CO2 feststellen.
Die CO2-Emissionen haben zugenommen, obwohl der Braunkohleblock in Köln-Merkenich Ende März 2025 stillgelegt wurde. Etwas erhöht haben sich die CO2-Emissionen der Gas-Heizkraftwerke. Eine drastische Zunahme von 260.900 t CO2 in 2024 auf 869.900 t CO2 in 2025 gab es dagegen durch das Steinkohlekraftwerk Rostock.
Die Angaben des Umweltbundesamtes und der RheinEnergie für das Jahr 2023 liegen allerdings weit auseinander, und auch für das Jahr 2024 besteht eine Diskrepanz. Wir fragen uns, wie diese Diskrepanzen zu erklären sind.
|
CO2-Emissionen [t] für das Kraftwerk Rostock |
Angabe Umweltbundesamt |
Umweltbundesamt 49,6% RE-Anteil |
Angabe RheinEnergie |
|
2023 |
1.728.000 |
857.088 |
460.700 |
|
2024 |
543.000 |
269.328 |
260.900 |
|
2025 |
(gibt es noch nicht) |
(gibt es noch nicht) |
869.900 |
Wir halten es nicht für ausreichend, dass RheinEnergie in ihrem aktuellen Geschäftsbericht (für 2025) ihre Treibhausgas-Emissionen für 2025 gar nicht angibt und diejenigen für 2024 mit 4,53 Mio. T CO2 nur als Summe (also Scope 1, 2 und 3 zusammengefasst). Dabei soll doch durch die Treibhausgasbilanzierung nach dem Greenhouse Gas-Protocol (GHG) gerade aufgezeigt werden, in welchen Bereichen Treibhausgase entstehen, damit Strategien entwickelt werden können, um diese zu reduzieren.
Wir möchten an dieser Stelle auf unsere „Bürger-Anregung zur Dekarbonisierung der kommunalen Unternehmen“ verweisen.
Der starke Zuwachs von +18,8 % bei der Stromerzeugung im Jahr 2025 ist insbesondere durch den vermehrten Einsatz des Steinkohlekraftwerks in Rostock begründet. Hinzu kommt, dass RheinEnergie nach wie vor den größten Teil ihres Stroms (69,2%) mittels Gaskraftwerken erzeugt.
Schaut man sich an, wie viel Strom die RheinEnergie mittels erneuerbarer Energien (Windenergie, Photovoltaik, Biomasse, Solarthermie) selbst erzeugt hat (363 GWh), ist dies im Vergleich zur Gesamtmenge an selbsterzeugter Energie (4.757 GWh) recht gering: 7,6 %.
Beim Vergleich der selbst erzeugten Strommenge (Erzeugungsbericht) mit der Menge an Strom, die RheinEnergie verkauft (siehe Geschäftsbericht der RheinEnergie 2025), liegt der Anteil bei 31,4 %.
|
Selbst erzeugter Strom |
Stromabsatz |
Prozentsatz |
|
4.757 GWh |
15.135 GWh |
31,4 % |
Fazit: Von dem Strom, den RheinEnergie verkauft, erzeugt sie nur 2,4 % aus erneuerbaren Energien selbst!
Weil die Fernwärme nach wie vor in Heizkraftwerken erzeugt wird, die mit Erdgas betrieben werden, macht der Erdgas-Anteil an der Wärmeerzeugung der RheinEnergie insgesamt (Heizkraftwerk, Heizwerke und BHKWs) mit 79,3 % weiterhin den mit Abstand größten Teil aus.
Schaut man sich im Erzeugungsbericht an, wie viel Wärme die RheinEnergie mittels erneuerbarer Energie (Wärmepumpen, Biogas, Biomethan, Pellets) selbst erzeugt hat (33,4 GWh), ist dies im Vergleich zur Gesamtmenge an selbsterzeugter Wärme (1.905 GWh) sehr gering mit einem Anteil von nur 1,8 %.
Umso überfälliger, dass im nächsten Jahr die große Fluss-Wärmepumpe im Niehler Hafen in Betrieb gehen und damit die Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung endlich eingeleitet wird!
Positiv: RheinEnergie baut erneuerbare Energien kontinuierlich aus!
Auch wenn die Bilanz der RheinEnergie durch den Einsatz der großen fossilen Heizkraftwerke verhagelt wird, erkennen wir an, dass RheinEnergie Jahr für Jahr einige Millionen Euro in den Ausbau von erneuerbaren Energien investiert. Klimawende Köln begrüßt das Engagement der RheinEnergie bezüglich der Errichtung von Windenergie- und großen Photovoltaik-Anlagen in Köln und bundesweit. Ebenso unterstützen wir, dass RheinEnergie nun auch in Großwärmepumpen und Batterie-Speicher investiert und der Braunkohle-Block in Köln-Merkenich endlich abgeschaltet wurde.
Anregung für den nächsten Erzeugungsbericht der RheinEnergie:
Da Großbatterie- und Wärmespeicher sehr wichtige Bestandteile der Energie- und Wärmewende sind, würde Klimawende Köln es begrüßen, wenn zukünftig auch diese Anlagen in den Erzeugungsberichten der RheinEnergie aufgeführt würden.
EnBW-Contracting GmbH:
RheinEnergie hat am 31.07.2026 bekannt gegeben, dass sie beabsichtigt, von EnBW das Tochterunternehmen EnBW-Contracting GmbH mit 200 Anlagen und einer Gesamtleistung von 550 MW zu kaufen.
Im Markstammdatenregister sind für die EnBW Contracting GmbH die folgenden Anlagen eintragen, die Strom (und teilweise auch Wärme) erzeugen:
|
EnBW Contracting GmbH |
Stromerzeugungs-Leistung (brutto) in kW |
Wärmeerzeugungs-Leistung (brutto) in kW |
Anzahl der Anlagen |
|
Braunkohle |
0 |
0 |
0 |
|
Steinkohle |
0 |
0 |
0 |
|
Erdgas |
20.072 |
39.435 |
67 |
|
Biomasse |
837 |
815 |
1 |
|
Photovoltaik |
5.157 |
0 |
40 |
|
Wärme |
440 |
0 |
1 |
|
Summe: |
26.506 |
40.250 |
109 |
Die Frage drängt sich auf, welcher Natur die restlichen knapp 100 Anlagen sind. Ebenso stellt sich die Frage, ob sich die Angabe von 550 MW auf die Strom- und/oder Wärmeerzeugung bezieht. Zu vermuten ist, dass die restlichen Anlagen vor allem Heizwerke und Gaskessel sind. Vielleicht sind aber auch Wärmepumpen darunter.
Wünschenswert wäre es, wenn RheinEnergie in der kommenden Sitzung des AKUG am 24.9.2026 die Angaben zu den Anlagen der EnBW Contracting GmbH konkretisieren könnte.
Fragen zum Kraftwerk Rostock:
- Warum betreibt RheinEnergie noch immer das Kraftwerk Rostock
- Wird in Mecklenburg-Vorpommern wirklich noch Kohlestrom gebraucht, wenn es doch mittlerweile vor Ort viel Strom aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Windenergie, gibt?
- Woher bezieht RheinEnergie jetzt die Steinkohle, da der Bezug aus Russland nun nicht mehr möglich ist?
- Und rechnet sich das Kraftwerk wirklich, wenn es auf Grund der erneuerbaren Energien ständig hoch- und runtergefahren wird? (siehe Stromerzeugung auf EnergyCharts)
Dank der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Rostock wird die Wärme aus dem Kohlekraftwerk bald nicht mehr gebraucht.